Sascha & Hiero

Automobilwettbewerbe 1908-1914

Otto Hieronimus (am Steuer) und Alexander Graf Kolowrat waren die Pioniere im Automobilsport für Laurin&Klement. In den Zeiten, in denen die Rennen und Fahrten noch echte Abenteuer waren, sorgten sie für Erfolge wie den Sieg am Semmering bei Wien 1908 oder am Gaillon in der Schweiz 1909, den Gewinn des Thurn-und-Taxis-Industriepreises 1911 und den Wanderpreis bei der Österreichischen Alpenfahrt 1914. Kolowrat schlug außerdem 1912 als erster Starter mit einem Auto aus Mladá Boleslav bei der Rallye Monte-Carlo ein neues Kapitel in der Motorsporthistorie von ŠKODA Auto auf.

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Automobilwettbewerbe 1908-1914

Mit dem L&K FCR rollte ein Supersportwagen des frühen 20. Jahrhunderts an den Start. Bei der Konstruktion nutzte Hieronimus seine Erfahrungen im Flugmotorenbau. Der 5,5 Liter Vierzylinder leistete 100 PS. Hieronimus setzte den FCR zum ersten Mal auf dem Semmering 1909 ein und feierte einen beeindruckenden Sieg. Er arbeitete als Konstrukteur und war als Direktor der zweithöchste Mitarbeiter nach Vaclav Klement. Der aus Köln stammende Hieronimus war 28 Jahre alt, als er nach Mladá Boleslav kam. Im Mai 1911 verließ er L&K wieder, um sich ganz auf die Entwicklung von Flugmotoren zu konzentrieren.

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Automobilwettbewerbe 1908-1914

Außer Rennen und Rekordfahrten gehörten Rallyes zum Repertoire des ŠKODA Vorgängers Laurin&Klement. Die strapaziösen Langstreckenfahrten forderten die Haltbarkeit der Autos auf Äußerste. Doch die Autos aus Mladá Boleslav stellten immer wieder ihre hohe Qualität unter Beweis. Besonders der Gewinn des Großen Alpen-Wanderpreises 1914 sorgte für viel Aufsehen. Nach drei erfolgreichen Starts bei der Fahrt über die steilen Alpenpässe (Gesamtdistanz 1914: 2931,4 Kilometer) konnten Alexander Graf Kolowrat und Otto Hieronimus den Wanderpokal mit nach Mladá Boleslav nehmen.

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Automobilwettbewerbe 1908-1914

Die Starts im Motorsport dienen der Steigerung von Verkaufszahlen. Das war auch bei den Motorrädern schon so. Nach dem Erfolg von Otto Hieronimus im L&K vom Typ FC bei der Zuverlässigkeitsfahrt von St. Petersberg nach Moskau steigen in Russland die Verkaufszahlen. Für besonderes Aufsehen sorgt die Leistung des L&K Ingenieurs und Werksfahrers. Als Gesamtfünfter lässt er zahlreiche Fahrer mit wesentlich leistungsstärkeren Autos hinter sich. „Win on Sunday, sell on Monday“ (Gewinne am Sonntag, verkauf’ am Montag) galt auch schon in den Pionierjahren des Automobils.

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Die Wagen aus Mladá Boleslav inspirierten auch zu besonders fortschrittlichen Konstruktionen. Baron Leo de Haan baute um 1910 einen Rennwagen mit Flächensteuer. Das aerodynamische Hilfsmittel am Heck unterstützte die Kurvenfahrt des Rennwagens. Im Rennen wurde das fortschrittliche Experiment jedoch nie erprobt. Das Auto gehört seit einigen Jahrzehnten schon der wertvollen Rennwagensammlung an der legendären Rennstrecke von Indianapolis.